GERMAN FLASH FICTION 2026: THE RUNNERS UP

We are delighted to publish the runner up entries for this year’s German Flash Fiction competition! We’ll be publishing the highly commended entries for all three languages in each age category over the coming weeks.

Years 7-9 runners up

Photo by Sascha Bosshard on Unsplash

Wie ein Murmeltier schlafen

„Das Murmeltier, immer klug und verantwortlich, gräbt ein tiefes, warmes Loch, damit es auf seinen absolut notwendigen und wichtigen Winterschlaf vorbereiten kann.

„Für sechs lange Wintermonate sinkt das Murmeltier in einen schützenden Schlummer, um den Nahrungsmangel und kaltes Wetter zu überleben, geschickt Energie zu sparen.

„Das ist was es ist zu schlafen wie ein Murmeltier. Das ist wer wir sind. Wir sind KEINE dumme deutsche Redewendung.”

Der Präsident der Murmeltiere hat seine Rede beendet mit einem Lächeln.

Es gab keinen Applaus.

Stattdessen gab es laute Gähnen und ruhige Schnarchen.

Die anderen Murmeltiere schliefen.

– Heritage Agbaje, Year 9

Plitsch! Platsch!
Kleine Erdbeben krachten laut, als sie aufs stilles Wasseroberfläche landeten.
Ich streckte meine kalte Nacken nach oben; die Sternen funkelten verloren über mir, als sie einen glühenden Weg hinter ihm, im unendlichen Dunkel, verlassten.
Meine gefrorenen Beinen knarrten und beklagten sich, als ich langsam von dreckigen Boden erhebte.
Plitsch!
Plötzlich donnerte blitzende Schmerz durch mein Köpf.
Seekraft verschwommen mit der Regen, fiel ich hilfnungslos zurück zum schmutzigen Boden.
Platsch!
Grausame Wolken schwebten über mir; meine Augen fielen zu.
Im fremden Felder, verwelken blutrote Blumen.
Plitsch! Platsch!
Krieg. Ist es endlich zuende? Oder werden die Blumen noch mal blühen?

– Sophia Pfrang, Year 9

Years 10-11 runners up

Signal Corps Archive from United States – SC 396844 – Replacements pick up their K rations before being assigned to a combat unit from a replacement pool. France. 20 July, 1944. 90th Infantry Division. Photographer not credited.

Die Fragen und die Warteschlange

Junger Mann: Die Wartezeit scheint jedes Mal länger zu werden. Warum sollten wir hier stehen und warten? Warum können wir uns nicht beschweren?

Alter Mann: Das haben wir früher gemacht. Und was hat sich geändert?

Junger Mann: Nichts, aber –

Alter Mann: Genau. Wer sein Leben schätzt, lernt geduldig zu warten.

Junger Mann: Aber warum? Warum –

Alter Mann: Seid vorsichtig. Die Leute, die Fragen gestellt haben, stehen nicht mehr in dieser Schlange.

Soldat: Eine Ration pro Haus. Kein Ausweis, kein Essen.

Der alte Mann reicht seine Papiere.

Junger Mann: Zuerst habe ich viele Fragen. Welche Macht hast du –

Ein Schuss hallt.

– Amelia Sinclair, Year 10

[Our second runner up in this category did not wish for their entry to be published on the blog].

Years 12-13 runners up

Die Tod des Erlkönigs

Ich fand ihn auf dem Waldboden, verfaulend wie ein Apfelkern. Er lag in einer Senke inmitten der trockenen Wurzeln und Skelettblätter. Er summte etwas Undeutliches, das in der Luft als Nebel hing, seine Borkelippen, rissig und moosig. Beerentragende Dornensträucher blühten aus seinem hohlen Mund, die überreife Früchte, blutunterlaufen mit Saft. Seine Augen schienen glasig wie die Oberfläche einer Pfütze, seine Tränen wurden mit Schlamm verziert, und die Spinnen webten ein Leichentuch durch die Fasern seiner silbernen Haare. Er streckte seine halb vergrabene Hand aus aber seine Worte wurden verloren, als die Erde ihn ganz schluckte.

Nun wächst eine Erle dort.

Photo by Henry Schneider on Unsplash

– Edith Taussig, Year 13

Auf der einen Seite des Zauns wohnt ein Mädchen. Sie hat keine Spielzeuge, keine neue Kleidung. In ihrem Garten wachsen keine Blumen.  Um die Tage zu füllen, liegt sie auf der Rasenfläche und beobachtet die Flugzeuge, träumend, eines Tages weit weg zu fliegen.

Photo by Randy Fath on Unsplash

Auf der anderen Seite des Zauns wohnt ein Mädchen.  Sie sitzt im Wintergarten beim Tee mit ihrem Gesangsprivatlehrer. In der Ecke des Zimmers liegt ihr Koffer. Sie hat ihn schnell gepackt. Sie denkt an die Woche in Spanien mit ihrem Vater. Ohne Worte, ohne Gefühle. Sie ist eifersüchtig auf ihrer Nachbarin, für die das Leben leicht ist.

– Uma Ahluwalia, Year 12

Herzlichen Glückwunsch an alle!