GERMAN FLASH FICTION 2026: THE HIGHLY COMMENDED ENTRIES (Y10-11)

Following the publication of the winning and runner up entries, we are excited to present the highly commended entries for the Year 10-11 category of this year’s German Flash Fiction competition!

A huge well done to all of our highly commended entrants!

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Ohne Einladung

Lia fand ihr Wohnzimmer völlig transformiert vor: ein perfekt gedeckter Tisch mit Tomatenpasta, Pommes und einem großen Schokoladenkuchen. Da sie allein wohnte, blickte sie ihre Katze misstrauisch an – bis sie den Mülleimer entdeckte. Er war voller Soßengläser und Kartoffelschalen, an deren Kauf sie sich nicht erinnern konnte.

Als sie ihr Handy öffnete, schaute sie auf ihren Schlaftracker. Es war ein Chaos; sie war zwischen zwei und vier Uhr morgens zweihundert Schritte gegangen. Scheinbar hatte sich ihr „Schlafkochen“ von Müsli zu italienischen Drei-Gänge-Menüs gesteigert!

„Also“ flüsterte sie der Katze zu, „ich werde wohl Schokoladenkuchen zum Frühstück essen.“

– Ananya Patrick, Year 10

FAMILIENABENDESSEN

Der heimkommende Sohn trägt ein müdes Lächeln. Er bringt Tassen und Teller und Geschichte von der Uni mit.

Die Zwillinge spielen draußen. Die Kälte ist ihnen egal, weil der Schnee sie zum Fantasiewelt transportiert. Die ältere Schwester setzt die Kopfhörer auf, um ihren Lachen zu dämpfen. Sie ist auch in andere Welt, die nur Stress enthält, weil ihr Abitur bald kommt. Und sie würde zwischen den Bergen von Papier und Hefte bleiben, wenn die Eltern sie zum Abendessen nicht rufen würden.

Die Familie sitzt an dem Tisch, und kommt in der echten Welt zurück, mit Umarmungen, Lachen und Glück.

– Ananya Subramonian, Year 10

Unsere Flüchtige Unendlichkeit

Sonnenlicht weckt mich unter dem rosa Betthimmel. Alles hier in Italien fühlt sich fremd an. In der Schule gehe ich durch fremde Gänge, unvertraute Gesichter gönnen mir keinen zweiten Blick. Bis ich endlich mein Klassenzimmer erreiche.

Bis ich Nik treffe – der Junge mit dem schiefen Lächeln. Wir werden unzertrennlich, streifen durch Parks, lachen; seine Kamera hält jeden flüchtigen Augenblick fest – für immer.

Die Zeit verrinnt. Gefühle wachsen.

Unsere Lippen berühren sich – warm und seltsam aufregend. Rasenden Herzens flüstere ich: “Nik, ich muss dir etwas verraten…”

“Ich verlasse morgen Italien. Kommst du mit?”
Plötzlich weiß ich: Alles wird anders sein.

– Eleanor Ziegler-Tan, Year 10

Als ich aufstand war alles still. Die Nacht war warm geworden, und ich wach. Keiner war da, also begab ich mich runter in die Küche. Ich hatte hunger und brauchte etwas zu Essen. Als ich die Tür zur Küche aufmachen wollte, hörte ich ein Grunzen, ein Grummeln. Wie von einem Tier mit einem Hunger, der niemals endete. Wir hatten kein Haustier das sich an unserem Essen zu schaffen machen konnte. Also was war es? Ein dumpfer Knall ertönte. Einbrecher. Ich atmete tief ein und sties die Tür mit einem Schrei auf. Dort stand mein Bruder, mit Schinken in der Hand.

– Elsa Rauschenbach, Year 10

Das kleines Blatt

Der große Baum steht still, die ruhigste Pflanze im Wald.
Dieser Baum bewegt sich natürlich nie, war immer in diesem Wald, alt und stark.
Aber dieser Baum hat viele Länder gesehen, hatte viele Erfahrungen, wie kann das sein?
Eines Tages ist ein Blatt vom Baum geflogen, er ist in einem anderen Baum gelandet! Und wieder und wieder über Tage und Wochen.
Ein kleines Blatt – Wer konnte es denken? – ist auf einen Ausflug um die Welt gegangen: die Schweiz, dann Frankreich, dann Griechenland!
Im Zukunft wird das Blatt zurückkommen, was für Geschichten es erzählen wird!

– Eva Howells, Year 10

Der Ruf des alten Waldes

Der Wald hat Feuer mit keiner Flamme gefangen.

Zuerst war es nur ein Geflüster – das Laub zitternd obwohl die Luft still ausgestanden hat. Dann wurde der Boden mit einem Spalt wie Donner aufgeteilt, und goldenes Licht ist von den Wurzeln des ältesten Eichbaums gegossen. Mara ist zu ihm gelaufen, nicht weg. Die Erde hat stark geatmet, lebend unter ihren Fuβen.

Aus dem gleißenden Licht hat ein Hirsch aus Sternen angestiegen, seine Augen drehten sich wie Galaxien.

“Wählen”, das Hirsch hat gesagt.

Hinter es, das Dort hat geschrien.

Mara ist getreten und der Wald hat ihren Name eingeatmet.

– Evelyn Roberts, Year 10

Seit Ewigkeiten

Wann wurde es so schwer, dein Gesicht im Gedächtnis zu erblicken?
Wann hat die Zeit uns eingeholt?
Ich erinnere mich nicht an den Anfang.
Hat es überhaupt angefangen?
Was ist das Ende, wann wird es geschehen?
Ist es Leben, ist es Sterben oder ist es ein Spiel?
Die Furcht belastet mich nicht mehr, aber jetzt über allem liegt Dunkelheit ~ irgendwie ist alles Licht längst gestorben.
Also wann wurde es so schwer, dein Gesicht im Gedächtnis zu erblicken?
Nichts ist mehr so wie früher.
Aber ich kann mich nicht mehr erinnern an, wie es früher war.

– Flora Boney, Year 10

DAS GEHEIMNIS DER NACHT

Die Stille von die Nacht liebe ich, und daneben die Landschaft
Erstreckend bis zum Ende der Zeit.

Alter hat hier keine Bedeutung, da
wenn ich tausend Jahre alt wäre,
hätte nichts gewechselt.
Ein weißer Schatten bricht die Nacht,
hoch fliegen,

Und ich erinnere die Geister aus der Vergangenheit, der Schatten verschwinden
Und jetzt ich vergesse. Nachdem bin ich nicht allein.

Ich laufe auf Millionen Jahre von Leben, auf Körper aus längst,
ich verstehe das,
ich auf den Spuren von Geistern
laufe. Endlich weiß ich,
dass ich mich mit ihnen anschließen werde.
Aus dem Ort bin ich gekommen, werde ich
zurückgehen.

– India Davie-Thornhill, Year 11

Der Warteraum

Im Warteraum ist es ruhig. Die Uhr tickt laut.

Ein Mann sitzt in der Ecke, ohne mich anzusehen. Sein Blick ist auf den Boden gesenkt. Dann starrt er auf seine Hände, seine Füße, und endlich auf die Uhr.

Ich starre auch auf den Boden und ich zähle die Sekunden, als ob sie wichtig wären. Der Mann hustet und ich verharre.

Dann öffnet sich die Tür. Eine Ärztin sagt einen Namen, aber nicht meinen.

Der Mann, der in der Ecke saß, steht auf. Die Tür schließt sich.

Ich sitze allein da, die Uhr tickt laut.

– Luca Goolamali, Year 10

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