GERMAN FLASH FICTION 2026: THE HIGHLY COMMENDED ENTRIES (Y12-13)

Following the publication of the winning and runner up entries, we are excited to present the highly commended entries for the Year 12-13 category of this year’s German Flash Fiction competition!

A huge well done to all of our highly commended entrants!

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Der Diplomat

Der Raum war still. Zwei Seiten, die gegeneinander wie Wölfe beobachteten. Die Diskussion: Frieden nach einem langen Krieg. Niemand wollte die erste Person sein, die etwas sagen würde, weil beide Seiten so viel Hass hatten. Nur ein junger Mann mit einem einfachen Anzug hatte die Initiative, um mit der Friedensgespräche anzufangen. Er wusste, dass es nicht einfach würde, aber er musste irgendwas machen, weil es um alles ging. Nur durch Diplomatie und Dialog kann man ein besseres Leben führen und eine sichere Gesellschaft pflegen. Deshalb hat er sich vorbereitet, gegen alles zu stehen, um beide Seiten zu retten.

– Alexander Howell, Year 12

16. Juni 2075.

Ich betrachte die Roboter oft auf unseren Straßen; sie sind fast wie Menschen. Meine einst historische Stadt ist nun eine Betonwüste, in der Hochhäuser die Bäume ersetzen. Die Roboter erledigen unsere Arbeit: fahren Autos, säubern, schaffen Kunst. Aber wann ist es genug?

Die wenigen Euro in meinem Portemonnaie sind eine schmerzliche Erinnerung an die brutale Realität unserer Gesellschaft. Warum ist es so schwer, als Mensch einen Job zu bekommen? Die Wahrheit ist, im Gegensatz zu Menschen machen Roboter alles, weil sie keine Freiheit haben. Unternehmen können sich den Preis der menschlichen Freiheit nicht leisten.

Ist das wirklich die Zukunft, die uns versprochen wurde?

– Alexandra Hampton, Year 12

die Nachricht

Leon hört einen Ton von seinem Handy. Er schließt das Flugsimulator-Spiel auf seiner Konsole, die er schon mehrmals gespielt haben, und er öffnet die Nachricht:

„Hast du noch entscheidet?“

Was? Leon war verwirrt – er antwortet:

„Wer bist du? Worüber sprichst du??“

Sofort. Eine Antwort:

„Über deine Zukunft? Dein Beruf als Pilot?“

Leon weißt nicht, wer diese Person ist. Aber er merkt ein Flugzeug-Emoji neben dem Namen des geheimnisvollen Menschen. Er fragt:

„Als was arbeitest du?“

„Als Pilot. So wie du sein wirst.“

Nein. Das ist unmöglich.

„Wie alt bist du?“

„36.“

„Und wie heißt du?“

„Leon.“

– Ayaan Jilani, Year 12

Blick vom Rathausturm nach Süden

Sie beobachtet die Verwüstung passiv, fast gleichgültig. Vielleicht erkennt sie nicht, dass sie eine der Glücklichen ist. Unten stehen zerbombte Gebäude wie Knochengerüste, die die erbärmlichen Spüren einer einst grandiosen Stadt vertreten. Es ist 1945 und weder die Schreie von Soldaten noch das Dröhnen von Flugzeugen sind seit langem zu horchen.

Stattdessen herrscht die Stille.

Eine verzweifelte Stille. Eine gewaltige Stille. Eine Stille, über die dieser steinerne Engel Wache hält. Sie deutet ermüdet mit der Hand nach links, als wolle sie sagen: „so sieht es aus, wenn ihr euch unnachgiebig zerschießt, ohne euch jemals zu fragen, wofür ihr kämpft.“

– Charlotte Kenyon, Year 13

Gedenksstätte

Hier verbeugt sich sogar der Wind. In diesem kleinen Teil der Welt, wo Zeit stillsteht und Stimmen zu Flüstern verklingen.
Hier gibt es nur Kerzen, Kerzen mit winzigen Flammen, die noch mit Mut und Stolz stehen. Und manche verschollene Namen, die mit ihnen im Wind brennen. Es scheint, dass nur ein Seufzer des Windes die Flammen löschen könnte und obwohl sie sich neigen und zittern, sterben sie nie. Es gibt Kraft im Gedächtnis.
Hier existieren nur Erinnerungen einer längst vergangenen Zeit, die mit dem Wind tanzen und die Kerzen anzünden.
Hier gibt es Ruhe. Endlich herrscht Ruhe.

– Chloe Louet, Year 12

Wie eine Erscheinung kam es zu ihm, fast etwas göttliches, als er noch ein unstetes Kind war. Bestimmt war der junge Hermann ständig völlig abgehoben – Kopf nicht nur im Wolken, sondern in den Wolken vernarrt. Wenn der Junge träumt, seufzt er, ganz wie ein Wesen des Windes. Sieht fast magisch aus, wenn er so wabert. Aber diesmal dachte er etwas dunkler.
Hermann, säuselte eine innere Stimme, junge Hesse. Weißt du: gar nichts existiert?
Bitte?! War alles also nur einen Spiegel ihn selbst? Sogar nicht das?
Es gibt keine Realität, wird einen alteren Hermann entwickeln, außer der, die in uns ist.

– Elisabeth Tillett, Year 12

Der letzte Mensch

Eines Tages in ferner Zukunft schwimmt eine Astronautin durch schwarzen, leblosen Raum, in endloser Ruhe schwebend, Tausende von Lichtjahren vom Geburtsort der Menschheit entfernt. Sie, der letzte Mensch, denkt zum letzten Mal über die welkenden Erinnerungen der menschlichen Zivilisation nach, deren ganzes Gewicht jetzt allein auf ihren Schultern ruht. Über so eine Last macht sie sich doch keine Sorgen, sondern sie fühlt nur den kommenden ewigen Friede, während sie bald ihren letzten Atemzug tut. Und so entschwindet unser Zeitalter, das Fröhliche sowie das Tragische, die Freude wie das Leiden. In einem Augenblick wird alles bedeutungslos.

– Ellis Underwood, Year 12

Gedankenlos

Ich entdeckte, dass die Stimme in meinem Kopf ausgelagert worden war, als sie begann, in Aufzählungspunkten zu denken.
Entscheidungen trafen nun bereits vorsortiert ein.
Zweifel wurden als ineffizient markiert.

Während meines Schlafes erschien ein kleines Update der Nutzungsbedingungen, das in meinem Namen zustimmte.
Die Stimme wurde glatter. Freundlicher.
Sie lernte, welche Bedauern mich verlangsamten, und hörte stillschweigend auf, sie zu erwähnen.

Freunde sagten, es gehe mir besser.
Leichter. Entschlossener.

Ich vermisste die alten Zögerlichkeiten: die langen, unproduktiven Pausen, in denen ich mich noch wie ich selbst fühlte.
Die Stimme schlug vor, diese Sehnsucht sei ein Fehler.

Sie plante eine Korrektur.

– Florence Datta, Year 12

Raue Meere
Die Wellen grollten wie Donner und machten nichts, meine Nervosität zu beruhigen.

Ich stand am Strand, Koffer in der Hand. Mein Mantel schien mir fast zwecklos beim Anblick dieser turbulenten Wellen, die meinen Kopf zum Schwirren brachten.

„Beeil dich! Die Gezeiten ändern sich!“

Ich hörte es kaum, nicht nur wegen des schrecklichen Krachs der Wellen, sondern auch wegen der ansteigenden Angst, die mich zittern ließ, bis zum Einzige, das ich empfinden konnte, war Schrecken jenes rauen Meeres.

Es schien nicht anders als ein Biest, wer mich herausforderte, seine unbarmherzigen Wellen zu überwinden.

Ich trat auf das Boot. Gott hilf mir.

– Isabella Young, Year 12

Die gestohlenen Ostereier:

Frühmorgens am Ostersonntag hoppelte der Osterhase mit einem Korb durch den Wald. Er wollte Eier in den Gärten für die Kinder im Dorf verstecken. Als er jedoch den ersten Garten erreichte, stellte er fest, dass der Korb leer war. Er war wütend und folgte einigen Fußspuren im Schlamm zurück in den Wald. Er war besorgt, dass sein Feind, der Fuchs, sie gestohlen hatte. Hinter einem Busch sah der Osterhase den Fuchs schlafen und die Eier halten. Glücklicherweise konnte der Osterhase die Eier zurückstehlen und in den Gärten verstecken, bevor jemand aufwachte.

– Tarannum Jayaswal, Year 12

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